Ehe-, Familien- und Lebensberatung in Lüdinghausen hat neue Räume bezogen

Dr. Elisabeth Chmielus, Leiterin der Ehe-, Familien- und Lebensberatung in Lüdinghausen, freut sich, die Ratsuchenden in den frisch renovierten Räumen über der Familienbildungsstätte begrüßen zu können. © Bistum Münster

Vor gut zwei Monaten haben die Mitarbeitenden der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) in Lüdinghausen ihre neuen Räume in der Mühlenstraße 29 bezogen. „Aber es ist noch nicht alles fertig und sieht noch ein wenig karg aus“, sagt Dr. Elisabeth Chmielus mit Blick auf die weißen Wände. „Dafür funktioniert nun endlich unsere Telefonanlage“, fügt sie glücklich hinzu. Drei Büro- und Beratungsräume sowie ein Sekretariat stehen dem vierköpfigen Team jetzt auf 144 Quadratmeter zur Verfügung. 

Acht Jahre war die Beratungsstelle im ehemaligen Pfarrhaus St. Ludger an der Bahnhofstraße untergebracht, das der Caritasverband erworben hat. „Es war von Anfang an als Übergangslösung gedacht“, berichtet die 62-Jährige. Dann habe sich die Möglichkeit ergeben, die ehemalige Hausmeisterwohnung im Obergeschoss der Familienbildungsstätte (FBS) im Raesfeldhaus entsprechend umzubauen. „Ich finde es eine gelungene Lösung, dass wir nun mit zwei Einrichtungen des Bistums mitten in der Stadt unter einem Dach sind“, betont Chmielus. In einigen Bereiche gäbe es bereits eine Kooperation. Wie diese ausgeweitet werden könne, werde die Zukunft zeigen. Chmielus kann sich beispielsweise Gruppenangebote vorstellen. „Die konnten im letzten Jahr unter anderem aufgrund der Corona-Pandemie leider nur sporadisch stattfinden“, erklärt sie.
Insgesamt sei das Thema „Corona“ in der Beratung angekommen und spiele in den Gesprächen eine große Rolle. „Vielen Menschen fehlt die Leichtigkeit. Zahlreiche Konflikte haben sich verschärft, die sozialen Kontakte haben gefehlt. Die Klienten beschreiben die Pandemie als öde Phase“, berichtet Chmielus. Gerade bei Paaren sei ihr aufgefallen, dass häufig einer der Beteiligten unter einer psychischen Erkrankung – wie beispielsweise einer Depression – leide. „Diese ist entweder während der Pandemie aufgebrochen oder wird inzwischen benannt. Es ist klug, sich in dieser Situation Hilfe zu holen“, lobt sie. Zu den Konflikten der Paare sei Corona als beschleunigender Faktor hinzugekommen. „Die Situation hat die Menschen belastet, die Zufriedenheit in der Partnerschaft hat abgenommen. Die Reaktionen reichen von aggressivem Verhalten bis zu totalem Rückzug“, erklärt Chmielus. 
Insgesamt haben im vergangenen Jahr 368 Menschen Rat bei den Fachleuten in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung in Lüdinghausen gesucht. Mehr als die Hälfte sind zwischen 40 und 59 Jahre alt, mit 28 Prozent folgt die Altersgruppe zwischen 27 und 39 Jahren. Von 1.235 Kontakten waren 358 Paargespräche. „Die Themen reichen von Selbstwertproblemen und Kränkungen über kritische Lebensereignisse bis hin zur Kommunikation und Interaktion in der Partnerschaft“, skizziert Chmielus. Auffällig sei besonders bei jüngeren Klienten der hohe Anspruch an sich selbst, an andere und an das Leben. „Das beobachte ich vor allem bei Frauen. Sie sind berufstätig, haben Kinder und individuelle Ansprüche. Der Druck, der auf ihnen lastet, ist groß. Die Gesellschaft suggeriert, dass wir alles unter einen Hut bekommen. Aber wir funktionieren nicht wie Maschinen“, verdeutlicht die Fachfrau. Die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle biete einen Rahmen, in dem die Menschen, ob als Paar oder einzeln, ihre Sorgen und Nöte aussprechen könnten und mit einer Moderation ins Gespräch kämen. 

Michaela Kiepe
 

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