150 EFL-Beraterinnen und -Berater bilden sich in Traumatologie fort

Viele Menschen, die Hilfe in den Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen (EFL) des Bistums Münster suchen, haben schwere Belastungen erlebt. Weil hinter diesen Belastungen unter anderem Traumafolgen stecken können, haben die 150 Beraterinnen und Berater im Bistum in den vergangenen zwei Jahren Grundlagenkenntnisse und Methoden der Psychotraumatologie vermittelt bekommen.

„Es ist ein hoher Qualitätsstandard, dass alle EFL-Beraterinnen und -Berater, die nicht vorher schon über eine vertiefte traumatherapeutische Qualifikation verfügten, nun in diesem  wichtigen Bereich geschult sind und wir freuen uns, dass jetzt – trotz Corona – das letzte der fünf Basismodule abgeschlossen ist“, freut sich Annette Hopf, Fortbildungsreferentin der EFL. Immer wieder erleben die EFL-Berater Klientinnen und Klienten, die belastende Erlebnisse nicht entsprechend verarbeitet haben. „Das kann auch Auswirkungen auf eine Paarbeziehung haben, deshalb müssen wir Beraterinnen und Berater sowohl bei Einzel- als auch bei Paarberatungen ein gutes Grundverständnis haben und vor allem Methoden für den Umgang mit Menschen mit schweren Belastungsstörungen kennen“, erläutert Hopf.

Klienten kommen meist mit anderen Anliegen als den Traumafolgen in die EFL-Beratung, weiß Ulrike Reddemann. Die Psychotherapeutin mit Schwerpunkt in der Traumatherapie hat dem Großteil der 150 EFL-Beratern in Fortbildungen die Vorgehensweisen und Haltungen für die Beratung mit Menschen, die unter Traumafolgestörungen leiden, vermittelt. Erst wenn eine gute Beratungsbeziehung entstanden sei, fühlten sich die Klienten sicher und angenommen und brächten schwerste Belastungen in die Beratung ein. Umso wichtiger sei die Fortbildung für die EFL-Mitarbeitenden, betont die Referentin: „Es bedarf neben eines einfühlsamen, transparenten Beziehungsaufbaus ausreichendes Wissen zu Symptomatiken, Entstehen und den Hintergründen der oft als ‚verrückt‘ empfundenen Folgen nach Erfahrungen von extremen Stress.“

Ziel der Beratungen müsse stets sein, den Klienten zu helfen, dass sie sich wohlfühlen und ihren Alltag gut meistern können. „Es gibt Menschen, bei denen Traumafolgestörungen erst spät im Leben bewusst werden, meist, wenn sie im beruflichen oder privaten Kontext in hilflose oder ohnmächtige Situationen geraten, oder über Medien mit einem eigenen Erleben konfrontiert werden“, gibt Ulrike Reddemann einen Einblick. Aus diesem Grund nähmen Beratungsstellen eine wichtige Rolle ein: „Sie können einen sicheren Raum bieten, in dem vielleicht erstmals gute Beziehungserfahrungen gemacht werden, wo sich die Ratsuchenden angenommen fühlen, ihnen geglaubt und mitfühlend begegnet sowie gemeinsam mit ihnen an den anstehenden Themen gearbeitet wird“, sagt die Psychotherapeutin. 

Das Konzept der Basismodule hat sich bewährt: „Wir haben bei der Beratungsarbeit in der EFL mehrere Schwerpunktthemen, zu denen alle Kolleginnen und Kollegen sehr gute Grundlagenkenntnisse auf einem gemeinsamen EFL-Standard erwerben“, erklärt Hopf. Aufgrund ihrer Niedrigschwelligkeit diene die EFL als Anlaufstelle für Menschen mit vielerlei Belastungen. So gebe es Qualitätsgruppen, die die erforderlichen Standards regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Das erste Basismodul startete zum Schwerpunktthema Diagnostik, das nächste wird zum Schwerpunktthema Sexualität angeboten
 

Text: Ann-Christin Ladermann

Foto: Bischöfliche Pressestelle

 

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